Das Ende ist da.

Montag, 03.01.2011

Mit diesem - verspäteten - Eintrag schließt dieser Blog und wird demnächst hier heruntergenommen. Danke an alle meine treuen Leser und nachträglich noch frohe Weihnachten und eine gutes neues Jahr! Lächelnd

"Das Ende ist nah..."

Freitag, 17.12.2010

"...die Apokalypse kommt."

Nein, so schlimm ist es natürlich nicht. Aber irgendwie fängt hier plötzlich alles an - sich aufzulösen. Die ersten Leute sind schon abgereist und der eigene Rückkehrtermin ist plötzlich in sehr greifbare Nähe gerückt. Ein Teil von mir freut sich auf zuhause, während der andere alles festhalten möchte und fassungslos zusieht, wie es ihm durch die Hände rinnt. Wo ist nur all die Zeit geblieben?

Ich sitze und schreibe und bin proppevoll. Meinen Korridor, den habe ich euch noch gar nicht wirklich vorgestellt, oder? In guter alter Korridortradition hatten wir heute noch einmal ein Corridor Dinner, ein Farewell-Dinner in diesem Fall. Corridor Dinner bedeutet normalerweise: Zehn Leute versuchen auf acht Herdplatten und in zwei Backöfen gleichzeitig Essen aus zwölf Nationen für zwanzig Leute zu kochen. Und dann zwängen sich alle mit den gesammelten zusammengewürfelten Teller- und Besteckvorräten der Gemeinschaftsküche um zwei überladene Tische. Ein großer Spaß also.

Heute waren wir allerdings schon etwas weniger, was die Sache aber auch entspannt hat - man konnte noch atmen in der Küche. Onur, mein türkischer Mitbewohner, hat sein Standardgericht gemacht, mit Käse überbackene Pilze, wie auf jedem Corridor Dinner. Schnell, einfach und lecker (vielleicht noch leckerer, wenn man mehr für Pilze übrig hat). Marion aus Frankreich hat es verplant und deshalb heute nicht ihre feinen Crêpes gemacht. Macht nichts, wir hatten auch so genug zu essen. Simon aus Belgien und seine schwedische Freundin haben einen leckeren Kartoffel-Gemüse-Salat vorbereitet, während Umer aus Pakistan Chickennuggets und eine Gemüsepfanne hergestellt habt. Spontan waren Onur und Giulio, der Italiener, der Meinung, dass Pasta auf keinem Corridor Dinner fehlen dürfe, weshalb sie noch schnell Nudeln und ich die Soße dazu gekocht habe. Giulio hatte sich außerdem ein prima Dessert einfallen lassen und einen Topf mit äußerst gehaltvoller Schokocreme produziert. Passend dazu hatte Matej "Der Mit Der Lauten Stimme" aus Slowenien Eis besorgt. Auch ich habe heute Nachtisch beigesteuert: Nicht nur den Rest meiner Plätzchen; heute wurde auch das Pfefferkuchenhaus geschlachtet, das Jessy und ich während ihres Besuchs vor zwei Wochen in einer einzigen Zuckerschlacht liebevoll zusammengekleistert hatten (Tipp: Durch Hitzezufuhr verflüssigter Zucker hält wie der Teufel, wenn man ihn als Klebstoff verwendet, aber die Arbeit damit artet leicht in ein mittelgroßes Fiasko aus. Gott, was haben wir gelacht!)

Wer hat gefehlt? Yang (mit langem aaaaa) aus China und seine Freundin Jenny waren heute leider nicht da. Sehr freundliche Leute. Anders, unser einziger Schwede, hat auch gefehlt. Mit ihm habe ich eine Abmachung, nie Englisch zu reden, damit wir uns immer nur auf Deutsch oder Schwedisch unterhalten, so dass wir beide was dazulernen. Athina, die Griechin mit dem deutschen Freund, musste heute leider arbeiten. Bashir aus - öh, war es der Libanon? Libyen? Ach, keine Ahnung - ist unser Phantommitbewohner; ich habe ihn in all den Monaten hier ungefähr zwei oder drei Mal gesehen (immerhin; Giulio kannte ihn gar nicht) und habe keine Ahnung, wo er sich sonst so aufhält. Der Australier Robert, der gerne fernsieht und den ich manchmal etwas schlecht verstehe mit seinem breiten Australisch, ist heute gerüchteweise seinen Zwillingsbruder in Göteborg besuchen. Vom Sehen eher kann ich die beiden sogar auseinanderhalten (glaube ich), aber sie haben wirklich exakt. Die. Gleiche. Stimme. Sowas von! Sollte mich eigentlich nicht wundern bei Zwillingen, aber erstaunt mich jedes Mal wieder! Und schließlich gibt es Muhammad, meinen speziellen Freund aus Pakistan, der allerdings schon gestern abgereist ist, um seine Schwester in London zu besuchen. Mit ihm habe ich während meiner Zeit hier wahlweise Käsespätzle gekocht (das Rezept kann er jetzt exportieren, macht sich sicher gut in Pakistan) oder über Gott und die Welt - buchstäblich - diskutiert. Oder auch beides gleichzeitig. Tipp für eine anregende Diskussion: Sucht euch einen Gesprächspartner aus einem anderen Kulturkreis! Insbesondere, wenn plötzlich haufenweise Leute in Deutschland "gut verstehen, dass manchen Leuten Araber unangenehm sind"*, woanders Minarette verboten werden sollen und sich besondere Idioten im Herzen von Stockholm in die Luft sprengen zu müssen glauben, dann ist es eine absolut empfehlenswerte Sache, ein paar Monate mit Muslimen eine Küche zu teilen. Wirklich wahr.

So, und hier last but not least noch ein paar Fotos:

'Spaß mit geschmolzenem Zucker' aka 'Hilfe, wir bauen ein Pfefferkuchenhaus'Jessy im heldenhaften Einsatz gegen die küchenzerstörerische Kraft des geschmolzenen (und wieder hartgewordenen) ZuckersJessy und Onur mit dem fertigen KunstwerkAm Abend vor dem Verzehr wurde es nochmal feingemacht......und dann auf Drängen meiner geehrten männlichen Mitbewohner hin mit einem gezielten Handkantenschlag in esstaugliche Stücke zerlegt.Im Hintergrund als Dip: Giulios wahnsinnig schokoladige SchokoladenpampeVon links nach rechts: Umer, Matej, Onur, Marion und GiulioÜberraschung! Hatten grade nicht mehr draufgepasst und wohl nicht mit einem zweiten Foto gerechnet: Simon und seine schwedische FreundinDas war unser erstes Korridordinner im September.Auf einem Schneespaziergang zu Ulriksdal Slott, von links nach rechts: Onur, Muhammad, Athinas Freund, Robert

 

* http://www.fes-gegen-rechtsextremismus.de/pdf_10/101013_pm.pdf

Funkstille

Mittwoch, 15.12.2010

Jetzt habe ich aber wirklich lange nichts mehr von mir hören lassen. Sorry. Streeeeess.

Was war/ist los:

- Ganz viel Besuch. In der Folge erhöhter Stress in den ungefähr drei Tagen pro Woche, die ich noch der Uni widmen konnte.

- Gleichzeitig fatalerweise erhöhte Uniaktivität - hier ein Assignment, da ein Lab, und dann standen plötzlich die Klausuren vor der Tür. Eigentlich sollte ich auch grade lernen für die Klausur am Freitag.

- Zwischendurch immer wieder Gedankengänge à la "mit deinen Mitbewohnern kochen / dieses Stockholmer Museum besuchen / das Feiern von St. Lucia miterleben / interessante Diskussionen mit Leuten aus aller Welt führen / das Stockholmer Konzerthaus von innen ansehen / deine restlichen Vorräte vor der Abreise noch zu improvisierten Plätzchen verbacken / zu einer Nobelvorlesung gehen... kannst du nur hier, aber die Physik ist auch daheim noch die gleiche". Hält einen effektiv so lange vom Arbeiten ab, bis "Die Lange Nacht vor der Deadline" Realität wird.

- Zu allem Überfluss totales Computerfiasko letzte Woche:

Montag:

Die Internetfirma des Wohnheims stellt die Breitbandverbindung um. In der Folge funktioniert bei mir das Internet gar nicht mehr. Grandios.


Dienstag:

Internet im Wohnheim geht immer noch nicht. Ich bin wenig erfreut angesichts eines webbasierten Labs, das dringend erledigt werden muss, und der am Samstag, Montag und Dienstag anstehenden Klausuren.  Als ich an der Uni am eigenen Laptop mein Lab weiterbearbeiten will, solidarisiert sich dieser mit dem Internet und gibt den Geist auf. Aaaaaaaaaah! Womit habe ich das verdient? Ich habe es nicht so gemeint! Wenn nur mein Computer wieder geht, dann sage ich vor Dankbarkeit kein Wort mehr, auch wenn ich die letzten zwei Wochen nur noch an der Uni ins Internet kann. Wuäääääääääääh Weinend


Mittwoch:

Es ist nur das Adapterkabel kaputt. Sicher ist es nur das Adapterkabel, zumindest sieht es sehr kaputt aus. Dem Computer an sich geht es sicher gut. Mit einem neuen Adapterkabel wird alles gut. Stimmt doch, lieber Computer, dir geht es gut, oder? (Bitte!) --- Ab in den nächsten Computerladen. Daaaaa gibt es Adapter! --- Ab nach Hause. Er geht! Er geht! Er geht wieder! .... Aber dieses verflixte Internet weigert sich immer noch. Herrje. Kundenservice! Der nette Mensch am anderen Ende fragt seinen Kollegen, den Techniker, und der Kollege, der Techniker, macht mysteriöse Dinge, von denen der nette Mensch am anderen Ende auch nichts versteht. Egal. "Runterfahren und in 10 Minuten nochmal starten." Wird gemacht. --- Heureka! Alles geht wieder! Bin ich glücklich. Und das war also der Mittwoch. Schwedisch lernen für Samstag? Öh. Dann wohl am Freitag? Und das Lab? Äh... Nächste Woche nach den anderen beiden Klausuren? Naja, ein dichtgepackter Zeitplan, das ist zu machen. Irgendwie. Aber habe ich schon erwähnt, dass mein Computer wieder geht? Lächelnd

 

In einer Woche geht es schon wieder heim. Wo ist nur all die Zeit geblieben?

Ess- und sonstige Kultur, Teil 2

Dienstag, 23.11.2010

Wo waren wir? Genau: Plätzchen!

- Was die Sache wesentlich erleichtert hat:

1. Svens mysteriöser schwedischer Mitbewohner konnte uns ein Nudelholz leihen, so dass wir in dieser Hinsicht nicht mit Thermosflaschen oder Pringlesdosen improvisieren mussten.

2. Seine Waage haben wir uns auch geliehen.

3. Das hat ja meine kühnsten Hoffnungen weit überflügelt, aber wir hatten sogar ein Rührgerät! Und entgegen unserer Erwartungen hat es sogar bis zum Ende durchgehalten! (Im Gegensatz zu einem Gemeinschaftsküchenmesser, dem die Margarine (!) zum Verhängnis wurde.)

- Was die Sache wesentlich erschwert hat:

In Schweden kennt man allem Anschein nach keine geriebenen Mandeln oder Nüsse zu kaufen. Man kann zu (nicht ganz kleinen) Preisen ganze Mandeln kriegen, ja. Nüsse gibt es auch. Beides sogar in gehackter Form in putzigen 50g-Packungen (für die Puppenstube?), aber gemahlen gar nicht. Nach einer ersten Übersicht über unsere Rezeptvorschläge hatten wir spontan keine Lust, etwa 800 g Mandeln Stück für Stück mit der Käsereibe zu zerkleinern und wichen auf andere Rezepte aus.

- Was die Sache zum Glück doch nicht zum Scheitern gebracht hat:

Svens mysteriöser schwedischer Mitbewohner. Seines Zeichens Rohveganer - lasst euch das Wort auf der Zunge zergehen! Rohveganer. Nicht etwa aus Rücksicht auf das Leid der Tiere und, äh, vielleicht der Pflanzen während des Kochens. Nein, nein. Weil es gesünder sein soll! In seinem Vorratsschrank befinden sich grob geschätzt dreißig Bananen. Wenn er Nahrung zubereitet, verwendet er einen Mixer. Bananen rein, rohen Spinat rein, zusammen zerkleinern, fertig. Mjam! Wer könnte da wiederstehen! Als wir da waren, malträtierte er mit dem Hackebeil eine Kokosnuss. Gab dann kurz vor dem Ziel auf. Warf sie ganz in den Müll und bereitete eine appetitanregende Mixermixtur aus Bananen, Staudensellerie und Pilzen, alles roh, versteht sich. Sven konnte den Anblick der fast geöffneten, aufgegebenen Kokosnuss nicht ertragen und bekam sie noch irgendwie auf. Woraufhin der Schwede sein Gemisch unangetastet in den Ausguss goss (wenigstens in dieser Hinsicht kann ich sagen, dass ich genauso gehandelt hätte, wenn auch aus anderen Gründen) und sich doch an der Kokosnuss gütlich tat. Und die Küche in einem Zustand hinterließ, der Lena und mich baff machte, wobei Sven und sein belgischer Mitbewohner übereinstimmend versicherten, dass das für seine Verhältnisse unglaublich sauber sei. --- Jedenfalls, dieser Rohveganer hatte sich an just jenem Tag, an dem wir ganz viele Plätzchen im nicht-heißluftfähigen einzigen Backofen der Gemeinschaftsküche backen wollten, in den Kopf gesetzt, Zucchinichips herzustellen. Im Backofen. Wie sich das mit dem "Roh" im Rohveganismus verträgt, weiß ich auch nicht genau, aber so war es: Ein Blech voller Zucchinischeiben, die Temperatur auf 50°C eingestellt und ein Topflappen in die Backofentür geklemmt, damit Wärme entweichen kann, weil sie eigentlich nur bei 40°C trocknen sollten. Sechs Stunden lang. Aber er hatte sich kooperativerweise angeboten, zwischendurch für uns Platz zu machen. Und nachdem die Scheiben schon vor Ablauf der sechs Stunden auf ein hauchdünnes Etwas zusammengeschrumpelt waren, gehörte der Backofen uns. Halleluja!

Also los. Wir machten Schokoplätzchenteig und stellten ihn auf den Balkon zum Abkühlen. Daraus sollten Ausstechplätzchen werden. Dann machten wir Bärentatzenteig. Dieser sollte eigentlich auf das Blech gespritzt werden. Aus Mangel an professionellem Equipment lief es auf eine Plastiktüte mit Loch zum Spritzen hinaus; der sehr dickflüssige, braune Teig wurde in langen Würstchen auf das Backpapier gedrückt (solange die Plastiktüte hielt). Auf diese Weise brachten wir eine wirklich erstaunlich naturgetreue Imitation von, äh, Dingen, in die man draußen nicht treten möchte, zustande. Nach dem Backen sahen sie dann zum Glück auch aus wie etwas, das man essen wollen würde Lächelnd

Wir holten den Schokoplätzchenteig rechtzeitig hinein, um zu verhindern, dass er zu einem Schoko-Eisklotz wurde. Und dann rückten wir ihm wie in guten alten Zeiten mit Ausstechformen zu Leibe - Lenas Schwein, auf das sie so stolz war, weil das ganz in Bullerby-Tradition steht, außerdem natürlich ein Elch, eine riesige Weihnachtsmannkontur und so dies und jenes, Sterne, Glocken, Vögel, Weihnachtsbäume. Und, aus irgendwelchen Gründen, Rechtecke.

Als drittes fabrizierten wir leckere Kokosmakronen. (Könnt ihr euch vorstellen, wie sehr man ein Rührgerät zu schätzen beginnt, wenn man ein paar Monate keines zur Verfügung hatte und jetzt ganz viel Eiweiß möglichst steif schlagen soll?) Diese sowie die Bärentatzen wurden dann noch mit Kuvertüre versehen, die zwar nicht so dunkel war, wie es die Verpackung versprach, aber trotzdem lecker.

Völlig vollgepropft mit Plätzchen machten wir dann noch mitten in der Nacht einen ausgedehnten Spaziergang durch Uppsalas wunderschön verschneite Umgebung, mit vielen Unterbrechungen für Schneeballzielwurfübungen. Am nächsten Tag ging es dann wieder heim. Die Kokosmakronen kamen in meinem Korridor besonders gut an und sind schon fast verschwunden. Da hilft nichts: mehr backen Lächelnd

(Das darf durchaus als Aufruf verstanden werden. Hinweis: Ich komme am 22.12. wieder. Ich hoffe, dass ihr alle so viele Plätzchen gebacken habt (bzw. haben werdet), dass für mich dann noch welche da sind! Danke!)

 

Lena und Sven meistern die PlastiktütenspritzmethodeMan beachte den Hintergrund: Schnee, Schnee, bester Schneeballschnee!Das mysteriöse Messer. Griff: in bestimmtem Winkel angebracht. Zweck: unbekannt.Work in ProgressVor dem Backen......und danach!Wir und die Plätzchen, GesamtausgabeDunkle Eleganz

Ess- und sonstige Kultur, Teil I

Sonntag, 21.11.2010

Wieder ist ein Wochenende rum, wieder war eine Menge los und ausnahmsweise schreibe ich sogar mal wieder darüber. (Sorry, ich wollte euch an mehr teilhaben lassen, aber woher die Zeit nehmen? Die gute Nachricht für euch ist natürlich, dass ihr nicht all das lesen müsst, was ich erlebt habe, wenn ich nicht dazu komme, es aufzuschreiben, und deshalb mehr Zeit für eigene Erlebnisse habt Lächelnd)

Also, dieses Wochenende. Die CdE-Connection hat wieder zugeschlagen. Zuerst waren wir kulturell und dann traditionell, wie ihr sehen werdet!

Am Freitag Nachmittag habe ich mich mit Lena und Sven in Gamla Stan getroffen und wir sind zunächst mal ins Nationalmuseum. Da kann man sich für viel Geld viel Kunst angucken oder den Studenten raushängen lassen und nur die kostenlose Ausstellung im Untergeschoss besichtigen. Das reicht ja auch, wenn man nicht so wahnsinnig kunstbegeistert ist Zwinkernd Wir haben also in der Ausstellung Bernadotter i svart och vit, "Bernadottes in Schwarz und Weiß", royale Portraits aus zwei Jahrhunderten bewundert, von der Kohlezeichnung bis zur wandfüllenden Photographie.

Danach sind wir im beißenden Wind zurück in die Altstadt gewandert, haben nochmals die Wachen vor dem Schloss bedauert und sind über den Weihnachtsmarkt geschlendert, der zwar erst am folgenden Tag offiziell eröffnet werden sollte, bei dem aber schon ein paar Buden offen hatten. Ein bisschen entgeistert waren wir, als wir die Ankündigung mit den Öffnungszeiten lasen: Schluss ist stets um 18 Uhr. Die Weihnachtsmarktkultur scheint hier nicht so ausgeprägt zu sein...

Dann ging es los zu unserem eigentlichen Ziel, der Berwaldhalle - einer Konzerthalle, die auch von Sveriges Radio für Konzertaufnahmen verwendet wird. Das Nette: Junge Leute bis einschließlich 23 Jahre können sich dort kostenlose Tickets für viele Konzerte reservieren. Zusammen mit noch mehr Bekannten und Kommilitonen von Lena und Sven aus Uppsala haben wir es glänzend auf Schwedisch hingekriegt, den verwickelten Sachverhalt darzustellen, dass wir gerne Karten für neun nebeneinanderliegende Sitze hätten, von denen nur zwei bezahlt würden, weil sieben schon über dieses M23-Programm reserviert wären, wobei allerdings zwei davon erst etwas später abgeholt werden können würden. (Oder so. Herrje, ist das schwierig auf Deutsch Zunge raus)

Wir hatten interessant gelegene Sitzplätze quasi hinten über dem Orchester, so dass uns der Dirigent zugewandt stand und wir mit Operngläsern die Noten hätten lesen können. Wir lauschten Bartóks zweitem Violinkonzert und amüsierten über die Husten- und Räusperanfälle, die sich immer in den kurzen Pausen zwischen zwei Sätzen im Publikum breitmachten. Nach der Pause ging es mit einer ausgedehnten Symphonie weiter. Sehr beeindruckend, aber etwas gestört an der Komposition hat mich, dass die packenden Stellen etwas zu oft etwas zu plötzlich unterbrochen wurden, um sanften Klängen Platz zu machen. Als würde man einen Thriller im Kino alle drei Minuten für eine Werbepause unterbrechen. (Vielleicht mochte der Komponist einfach keine musikalischen Thriller.)

Danach sind wir alle zusammen nach Uppsala gefahren. Ich habe nochmals Lenas Gastfreundschaft in Anspruch genommen, damit wir am nächsten Morgen gleich loslegen konnten: Zuerst sind wir einkaufen gefahren und dann weiter, um Svens Gemeinschaftsküche den ganzen Tag zu blockieren. Mission: Plätzchenbacken!

...

Merkt ihr was? Ich schreibe schon wieder viel zu viel. Also beende ich hier Teil 1 und mache euch der Übersichtlichkeit halber gleich erst in Teil 2 den Mund wässrig.

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